Männermedizin

Die Männermedizin ist im großen Bereichen der allgemeinen Medizin und der Anti-Aging Medizin identisch. Viele Veröffentlichungen über Männermedizin stehen auch in medizinischen Büchern der Inneren Medizin, der Urologie, der Kardiologie, der Psychologie usw. Ein Buch über Männermedizin muss sich selbstverständlich mit der richtigen Ernährung, Sport, der Anatomie usw. beschäftigen. Als Männerarzt sehe ich allerdings vordringlich meine Aufgabe darin, den Männern spezifische Lösungen und Verhaltensvorschläge zu machen, damit Sie als Mann Spaß am Leben haben.

Wie das geht möchte ich im Folgenden kurz erläutern:

1. „Freiräume“

Die meisten Männer leben in einer festen Beziehung und möchten, dass dies auch so bleibt. Dennoch ist es für das seelische Gleichgewicht außerordentlich wichtig, wenn es ganz persönliche, individuelle und feste Freiräume gibt. Dazu reicht oft schon ein regelmäßiges Treffen mit Sportfreunden zum Tennis oder Fußball, der Besuch einer Sportveranstaltung oder der Spaziergang im Park. Zeitlicher Umfang und wie diese Zeit ausgefüllt wird, ist individuell. Einzige Bedingung, die Partnerin, die Familien, der Job usw. haben da nichts zu suchen. Freiräume sind notwendig zur inneren Entspannung.

2. „Sport“

Es gibt den medizinischen Grundsatz, dass das Organ welches nicht genutzt wird erkrankt und seine Funktion nach und nach einstellt. Besonders gilt dies für den Bewegungsapparat, das Gehirn aber auch die Sexualorgane.

Je weniger wir uns bewegen, umso schlechter werden wir uns bewegen! Die Muskulatur erschlafft! Unser bestes Teil übrigens auch, je weniger es benutzt wird!

Goethe: „In der Jugend sind alle Glieder weich, bis auf Eines. Im Alter sind alle Glieder steif, bis auf Eines.“ Goethe brachte es damit auf den Punkt.

Faulheit und Bewegungsarmut sind der Anfang vom Ende.

Kommt noch Gewichtszunahme dazu, dann ist der Teufelskreis geschlossen. Es wird mit zunehmendem Alter immer schwerer hier entgegenzusteuern.

Disziplin heißt das Zauberwort! Mindestens jeden 2. Tag etwa 30 Minuten Ausdauertraining ist Pflicht! Nicht der Fernseher ist zunächst am Abend gefragt, sondern das Fahrrad oder das Laufband. Sauna dient nur der Erholung und zählt eher zum Bereich „Freiräume und Wellness“

3. „Ernährung“

Grundsätzlich kenne ich aus medizinischer Sicht keine wirklichen Verbote bei der Ernährung. Natürlich gibt es empfehlenswerte, aber auch sehr gesundheitsschädliche Ernährung. Wer meint, sich unbedingt mit Cola und Pommes schaden zu müssen, soll dies tun. Allerdings je weniger, je besser. Wer allerdings Kindern Cola und fette Pommes oder Chips serviert, begeht meiner Meinung nach vorsätzliche Körperverletzung gegenüber Minderjährigen.

Ein großes Problem ist Alkohol und Zigaretten. Obwohl die Auswirkungen des Zigarettenkonsums und des regelmäßigen Alkoholkonsums bekannt sind, ist auch hier oft kein Einsehen zu erreichen. Besonders bezüglich des Nikotinkonsums gibt es überhaupt kein Argument das für den Konsum spricht, aber sehr viele dagegen. Es ist absurd, einerseits zu Rauchen und andererseits Potenzpillen zu schlucken!

Jede Zigarette, jeder Alkoholkonsum schwächt die männliche Potenz!

Wer übrigens als Mann seine ideale Körperform wissen möchte, braucht keine Waage, sondern ein Maßband. Der Body-Maß-Index ist out, der Taillenumfang zählt! Idealmaß

94 cm. Ab 102 cm bedeutet Fettsucht.

4. „Hormone“

Um es ganz klar zu sagen: „Ich bin für die Verwendung von Hormonen für Männer und Frauen unter bestimmten Bedingungen“. Das Absinken der Hormone ist ein ganz natürlicher Teil des Alterungsprozesses und beginnt bei Männern um den 30. Geburtstag. Es ist ein langsamer, schleichender Prozess der zunächst unbemerkt bleibt. Es hängt viel vom Lebensstil des Mannes ab, wie schnell der Hormonabbau vonstatten geht und wann die ersten Symptome auftreten. Ich verweise hier auf die vorhergehenden Kapitel „Freiräume“, „Sport“, „Ernährung“! Hier werden die Grundsteine gelegt, die sich später in einem sogenannten Testosteron-Mangel-Syndrom (TMS) äußern können. Symptome des TSM sind trockene, faltige Haut, dünnes Haar, abnehmende Muskelmasse mit zunehmendem Fettansatz (Spitzbauch). Der Blutdruck steigt an, wie auch der Cholesterinspiegel und der Blutzucker. Das Sexualleben der Männer verändert sich mit den Jahren in dem die Lust auf Sex ebenso nachlassen kann wie die Erektionsfähigkeit des Gliedes. Die Betonung liegt beim „kann“ nicht „muss“!

Der sogenannte Testosteronspiegel sinkt etwa ab dem 40. Geburtstag des Mannes um 1,2% pro Jahr ab. Der Testosteronwert eines 70-Jährigen ist nur noch ca. zwei Drittel seines Wertes mit 40.

Die Auswirkungen dieses Testosteronabfalls sind ganz Unterschiedlich. Da gibt es 80-Jährige Männer die wenige Probleme mit ihrem Sexualleben haben und 30 bis 65 jährige die darunter leiden. Dieser Gruppe kann definitiv geholfen werden! Wie man diesen Männern helfen kann, das ist medizinisch, ethisch, moralisch und gesellschaftlich höchst umstritten.


Meine Männermedizin:

Nachdem wir das sogenannte „medizinische“ zur Männergesundheit gestreift haben, möchte ich nun zu den Abschnitten kommen die jeden Mann (auch Frau) interessieren sollte, die aber in den allgemeinen, seriösen, medizinischen Veröffentlichungen doch eher gemieden werden, obwohl es hier doch gilt die Dinge beim Namen zu nennen. Es sind vor allen Dingen unsere religiösen über viele Generationen verkrusteten Moralvorstellungen die ein entspanntes, lockeres Verhältnis zur Sexualität verhindern. Über die Gründe und Ursachen dieser verklemmten und hochproblematischen Sexualmoral wurde viel geschrieben. Biologisch und wissenschaftlich erwiesen ist der Mensch ein polygames Lebewesen.

Fest steht auch, dass unser derzeitiger Umgang mit der Sexualität hochgradig tabuisiert ist. Also dem Wesen und der Natur des Menschen widerspricht. Unzählige Sexualstudien können belegen, dass unser unnatürlicher Umgang mit der natürlichsten Sache der Welt vielfältige, gesellschaftliche und medizinpsychologische Probleme nach sich zieht.

Ich will damit sagen „Männer (und Frauen) macht Euch frei!“

Frei von Zwängen, Leistungsdruck und Konventionen wenigstens im Bereich des Privatem, dem Persönlichen, der Sexualität!

Im sonstigen täglichen Leben, im Beruf ist das jedoch kaum umsetzbar.

 


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