Erektile Dysfunktion (ED)

Medizinisch bezeichnet man die Impotenz als Erektile Dysfunktion (ED). Man versteht darunter die Unfähigkeit eine Versteifung des Gliedes, eine Erektion zu bekommen und zu erhalten, die einen befriedigenden Sexualverkehr möglich macht.

Es gibt verschiedene Ausprägungen der ED.

  1. Der Penis wird nicht ausreichend hart. Der Geschlechtsverkehr ist u.U. möglich, jedoch ist der Penis wesentlich weniger hart als dies früher der Fall war.
  2. Weiterhin könnte es zwar zu einer guten Erektion kommen, die aber nicht ausreichend lange aufrechterhalten wird. Es kommt schon nach kurzer Zeit zu einer Erschlaffung des Gliedes.
  3. Normalerweise kommt es beim Mann vorwiegend in der zweiten Nachthälfte zu mehreren Spontanerektionen. Eine beginnende ED kann sich im Nachlassen von nächtlichen Spontanerektionen schon zeigen.

Ich muss nochmals darauf hinweisen, dass Zeichen einer erektilen Dysfunktion deutlicher Hinweise und ein Frühwarnsystem für drohenden Herzinfarkt, Schlaganfall und allgemeine Arteriosklerose sein können!

Daher setzt die Behandlung der ED immer mit der Analyse und Therapie der allgemeinen Risikofaktoren an.

Dies sind Reduktionen des Körpergewichts, Normalisierung des Blutdrucks, Senkung der Blutfette, Normalisierung des Blutzuckers und vor allen Dingen der Nikotinverzicht. Wenn jetzt noch regelmäßiger Sport dazu kommt, wird auch der Testosteronspiegel steigen. Dies kann alleine schon zu einer Verbesserung der ED und zu ihrer Beseitigung führen.

Natürlich gibt es noch weitere Gründe für eine Erektile Dysfunktion. An erster Stelle steht da eine vorausgegangene Prostataoperation. Aber auch nach jeder Operation im Unterbauchbereich z.B. Leistenhernienoperation kann es zu einer ED kommen. Bei Medikamenten ist bekannt, dass die Einnahme von sogenannten Betablockern (ein Medikament zur Behandlung des hohen Blutdrucks) die Erektion beeinträchtigen kann.

Die Ursachen der erektilen Dysfunktion sind schwer zu objektivieren.

Außer den organischen also physiologischen Faktoren spielen die psychologischen Einflüsse einen enormen Einfluss auf die Erektion. Aus diesen Gründen verwende ich den international anerkannten IIEF-5- Fragebogen zur ED nicht. 

Die Behandlung der Erektilen Dysfunktion

Das ausführliche, offene Anamnesegespräch steht am Anfang jeder Behandlung. Es ist notwendig, dass hier alle Aspekte schonungslos und klar besprochen werden.

Oft ergibt sich schon die Therapie nach dem 1. Gespräch. In einem weiteren Gespräch sollte im Idealfall auch die oder eine Partnerin des Mannes einbezogen werden.

Nach meinen Beobachtungen sind mehr als 60% aller erektilen Funktionsstörungen ganz entscheidend psychisch beeinflusst. Eine organische Ursache besteht oft nicht!

Lediglich zur Abklärung eventueller organischer Schäden kann der Urologe konsultiert werden. Ansonsten ist der/die Männerarzt/ärztin oder Sexualtherapeut die richtige und erfolgsversprechende Ansprechperson. Der häufigste und einfachste Weg der Behandlung der ED ist die Einnahme sogenannter PDE-5- Hemmer (Phospho-Diesterase-Hemmer).

Dies sind z.B. Viagra (Sildenafil), Levitra (Verdenafil), Spedra (Avanafil) oder Cialis (Tadalafil). Ich denke nahezu 90% aller Patienten mit erektiler Dysfunktion werden mit diesen Medikamenten die ärztlich verschrieben werden müssen behandelt werden. Die Nebenwirkungen dieser Medikamente sind relativ gering, die Wirkung aber recht gut. Der Wirkmechanismus beruht auf der Verminderung des Abflusses vom Blut aus den Penisvenen und eines verbesserten arteriellen Zuflusses in den Penis.

Mit den PDE-5-Hemmern hört fast immer die Therapie meiner ärztlichen Kollegen(innen) schon auf.

Genau hier unterscheidet sich meine Therapie von der üblichen Behandlung der ED.

Nicht-medikamentöse Behandlung der ED

Das Problem der nicht befriedigenden Erektion bei organisch gesunden Patienten ist oft ein gesellschaftlich, moralisches also psychologisches Problem. Es ist doch wie ich oben geschrieben habe eine ganz natürliche Entwicklung, dass der körperliche sexuelle Reiz bei einer neuen Partnerin größer ist als nach jahrelangem Zusammensein.

Es ist aber genau dieser erotische, sexuellere Reiz der den gesamten Mechanismus der Erektion auslöst. Erst durch diesen Reiz wird die gesamte hormonelle, psychologische, nervale Kaskade ausgelöst. Wie schon erwähnt ist der Mensch polygam was in unserer Gesellschaft besonders aus religiösen Gründen negativ belegt ist. Selbst das Verhältnis zum entkleideten, menschlichen Körper ist gesellschaftlich hochgradig gestört. Noch vor wenigen Jahren war das erotische Berühren des eigenen Körpers und die Selbstbefriedigung als unmoralisch gesellschaftlich verpöhnt. Diese Sexualmoral, tief in unserer Gesellschaft verwurzelt, wird tatsächlich aber nur von einer Minderheit gelebt. Genug gute Studien gibt es darüber. Diese Doppelmoral ist allgegenwärtig bis in die tiefsten religiösen und höchsten gesellschaftlichen Schichten. Es gilt daher diese blockierende, zu schweren Schuldgefühlen führende Moral zu relativieren. Männer die hier sich nicht öffnen können sind schwer therapierbar. 

Männer die aber akzeptieren können, dass zur Behandlung der eigenen erektilen Dysfunktion neben der eigentlichen Sexualpartnerin auch eine Sexualtherapie in Betracht kommt haben einen wichtigen Schritt zu einer erfolgreichen Behandlung gemacht. Ideal ist wenn die Partnerin mit einer Sexualtherapie einverstanden ist und einbezogen wird, was leider sehr schwierig und selten der Fall ist. In allen Zeiten der Menschheitsgeschichte gab es Prostituierte, die manchmal bis in höchste gesellschaftliche Positionen aufgestiegen sind. Die negative Stigmatisierung des Berufs der Prostituierten zu allen Zeiten ist extrem ungerecht und verlogen. Der schlechte Ruf der Prostituierten heute kommt dadurch, dass sie oft illegal arbeiten müssen und daher im kriminellen Milien landen.

Dabei könnten viele Prostituierte hervorragende Sexualtherapeutinnen sein, die den Männern bei der Behandlung der ED helfen können. Im Tantra und Taoismus gibt es die hervorragende Therapie der Linganmassage. Eine spezielle Genitalmassage die gelernt werden muss. Das Gebiet des Nervus splanchnicus und des Nervus pudendus bedarf gekonnter Kenntnisse der Anatomie und Physiologie und ist vermutlich ebenso erfolgreich wie z. B. Physiotherapie bei orthopädischen Erkrankungen. Hierzu gibt es leider noch keine aktuellen klinischen, medizinischen Studien. Es gibt aber Erfahrungen über Jahrhunderte z. B. in Taoismus. Würden wir entspannter mit diesem Thema umgehen, wüssten wir heute mehr darüber. Sexualphysiotherapeutinnen sollten in der Lingamassage ausgebildet werden. Der Widerstand der Religiösen ist da allerdings gewiss.

Alternative Methoden der Behandlung der ED ist auch die Einnahme von Extrakten von sogenannten Vitalpilzen. Besonders interessant ist da der chinesische Raupenpilz (Cordyzeps sinensis). Er wird heute im chinesischen Hochland und in Indien angebaut. Er stammt aber aus Tibet. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird dieser Pilz seit Jahrhunderten als Tonikum eingesetzt und ist als Aphrodisiakum bekannt.  Er wirkt stimmungsaufhellend und steigert die Libido. Bitte nicht am späten Abend einnehmen, da dieser Pilz ein Muntermacher ist.

Ebenfalls aus der traditionellen chinesischen Medizin kommt die Behandlung der ED durch Akupunktur und Moxibustion.

 


Lesen Sie hier mehr über "den Männerarzt" >>